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Kunsttherapeutische Theorie

Die Kunsttherapie unterscheidet sich von gesprächsorientierten Therapieformen durch ein künstlerisches Werk, das die Klientin1 während der Therapiesitzung gestaltet. Der Beziehungsraum erweitert sich somit um das entstandene Kunstwerk. Es ergibt sich eine Dreieckskonstellation von Gestaltung, Klientin und Therapeutin.

In der Beziehung der Therapeutin zur Klientin, die meist nonverbal verläuft, ist die Gestaltung der tragende Grund. In ihr verbindet sich der psychodynamische mit dem Gestaltungsprozess. Im Kreieren beginnt die Therapie. Die Klientin entscheidet sich zu gestalten – sie bringt ihr Thema in Form. In ihrer Gestaltung zeigt sie einen Teil von sich und ihrer momentanen Situation.
In der Bewegung des Körpers liegt ein Teil der Wahrnehmung von ihm. Mit der Wahl des Materials wählt man die Form und tritt mit sich selbst in Beziehung. Man atmet anders, wenn man Ton knetet oder mit Buntstift eine Form ausmalt. Man bewegt sich beim Malen eines körpergroßen Bildes mit Acrylfarben anders, wie wenn man mit den Fingern Pastellkreiden verwischt.
Das innere Erleben führt zu den der Psychodynamik zugrunde liegenden Konflikten. Sinnliche Erfahrungen, die seit der Geburt stattfanden, wiederholen sich während des Gestaltens und zeigen das Gespeichert – Positives, wie Negatives.

Zur einfacheren Lesbarkeit wird in dem Text die weibliche Form verwendet, selbstverständlich sind auch Männer gemeint.